Radfahren auf Mallorca: Routen, Rennrad-Hotspots und Tipps für Villaurlauber
Warum Mallorca das Radsport-Mekka Europas ist
Kein anderes Ziel in Europa zieht so viele Radsportler an wie Mallorca. Im Frühjahr (März–Mai) und Herbst (September–November) sind die Straßen von Profiteams aus der ganzen Welt bevölkert. Team Ineos, Jumbo-Visma, UAE Emirates – sie alle trainieren hier. Der Grund: perfekte Infrastruktur, wenig Verkehr auf den Bergstraßen, ideales Klima, kurze Anreise aus Zentraleuropa.
Doch Mallorca ist nicht nur für Profis. Das Streckennetz aus asphaltierten Landstraßen, teils gesperrten Bergpässen und ausgeschilderten Radwegen macht die Insel auch für Hobbyfahrer und Freizeitradler zur idealen Destination. Wer eine Villa oder Finca im Tramuntana-Vorland mietet, kann morgens radeln und mittags am Pool liegen – eine Kombination, die viele Stammgäste Jahr für Jahr zurückbringt.
Die klassischen Rennrad-Routen
Sa Calobra – der Kultanstieg
Die berühmteste Radsportstraße Mallorcas. 9,4 km, 675 Höhenmeter, durchschnittlich 7,1 % Steigung. Serpentinen über dem Mittelmeer, der legendäre Knoten (Nudo de la Corbata) und ein Ende direkt am Torrent de Pareis. Pflichtprogramm für jeden Rennradfahrer auf der Insel. Die Auffahrt von Coll de Ses Cases des Governador nach Sa Calobra ist technisch anspruchsvoll – beste Verhältnisse früh morgens, bevor der Ausflugsverkehr einsetzt.
Puig Major
Der höchste befahrbare Pass Mallorcas (800 m). Von Sóller über den Coll de Sóller und weiter Richtung Gorg Blau. Wird für Militäranlagen teils gesperrt – vorher prüfen. Die Abfahrt in Richtung Gorg Blau (Stausee) ist eines der eindrucksvollsten Radfahrerlebnisse der Insel.
Cap de Formentor
21 km bis zur Spitze, überwiegend flach bis leicht wellig, spektakuläre Aussichten auf die Bucht von Pollença und das offene Meer. Früh morgens fahren – im Sommer ab 10 Uhr für Autos gesperrt (Shuttlebus), was diese Zeit ideal für Radfahrer macht: kein Gegenverkehr, perfekte Ruhe.
Tramuntana-Rundkurs (Palma – Valldemossa – Sóller – Palma)
Von Palma über Valldemossa, Deià, Sóller, Sóller-Pass zurück nach Palma – klassischer Tagesausflug für geübte Fahrer, ca. 120 km und 2.000 Höhenmeter. Wer in einer Villa nahe dem Tramuntana-Vorland logiert, hat die besten Ausgangspositionen für diese Route.
Coll de Honor und Coll d'en Claret
Weniger bekannte Pässe im Zentrum der Tramuntana, die Profiteams gerne für Einheiten nutzen. Ruhiger als Sa Calobra, aber landschaftlich mindestens gleichwertig. Für Fahrer, die abseits der üblichen Routen suchen.
Für Hobbyfahrer und Familien
Wer kein Rennrad-Profi ist, findet ebenfalls hervorragende Möglichkeiten:
- Via Verde (Inca–Artà): Alte Bahntrasse, flach, asphaltiert, 30 km, ideal für Familien mit Kindern und für alle, die gemütlich durch das mallorquinische Inselinnere radeln möchten
- Küstenrouten Südosten: Zwischen Santanyí und Cala d'Or, wenig Verkehr, schöne Landschaft, mehrere Buchten als Pausenziel
- Rund um Alcúdia: Flaches Terrain, gute Radwege, Familienfahrten entlang der Bucht
- E-Bike: In fast allen Orten zu mieten – macht auch Bergstrecken für Gelegenheitsfahrer zugänglich und eröffnet Routen, die ohne motorische Unterstützung außer Reichweite wären
Fahrradverleih und Radunterkünfte
Spezialisierte Radsportunterkünfte (cicloturismo) gibt es besonders in Alcúdia, Sóller und Palma. Sie bieten Lagerräume, Werkstatt, Waschmöglichkeiten und oft geführte Ausfahrten. Viele Villen lassen sich als Basis für Radtouren nutzen, sofern ein sicherer Abstellplatz vorhanden ist – fragen Sie bei der Buchung nach.
Rennräder und E-Bikes sind in allen größeren Orten zu mieten: Preise für ein gutes Rennrad liegen bei ca. 30–60 € pro Tag, E-Bikes bei 40–70 € pro Tag. Wer sein eigenes Rad mitbringt, prüft vorab die Fahrradmitnahme der Airline (meist 30–60 € Aufpreis, Koffer oder Sack notwendig).
Beste Reisezeit für Radfahrer
März–Mai und September–Oktober. Im Sommer zu heiß für intensive Ausfahrten (Bergstraßen über 35 Grad). Im Winter vereinzelt Regen, aber Temperaturen oft noch fahrbar (12–16 Grad) – viele Profiteams trainieren daher auch im Januar und Februar auf der Insel. Für Urlauber ist das Frühjahr ideal: wenig Verkehr, kühle Temperaturen, frisches Grün und keine Überfüllung.
Sicherheit und praktische Hinweise
- Helm: In Spanien für Radfahrer außerorts gesetzlich vorgeschrieben – und auf Bergstraßen ohnehin unverzichtbar
- Licht: Für frühe oder abendliche Ausfahrten gesetzlich notwendig
- Wasser: Auf Bergpässen keine Trinkwasserstellen – immer genug mitnehmen
- Verpflegung: Café-Stops in Bergdörfern möglich, aber nicht immer – Riegel und Gels mitführen
- Mobilnetz: In manchen Tramuntana-Schluchten kein Empfang – Offline-Karten oder GPS-Gerät empfehlenswert
Radfahren und Villaaufenthalt kombinieren
Wer eine Radwoche auf Mallorca plant, wählt am besten eine Finca oder Villa im Tramuntana-Vorland: Sóller, Valldemossa, Deià oder die Umgebung von Pollença. Von dort sind die schönsten Routen direkt zu Fuß oder in wenigen Minuten mit dem Auto erreichbar. Der Pool danach ist kein Luxus – er ist Teil des Programms. Und ein gutes Abendessen mit einem Glas Binissalem-Wein nach einem langen Bergtag schließt den perfekten Mallorca-Radtag ab.





