Santanyí und Cala d'Or: Der Südosten Mallorcas
Der Südosten Mallorcas sieht anders aus als der Rest der Insel. Statt langer Sandstrände gibt es hier schmale Felseinschnitte, in denen türkises Wasser steht, umrahmt von Pinien. Diese Calas sind der Grund, warum die Region auf Fotos so unverwechselbar wirkt, und zugleich der Grund, warum sie nicht für jeden passt.
Kurz zusammengefasst
Der Südosten zwischen Santanyí und Cala d'Or ist geprägt von kleinen Felsbuchten, hellem Sandstein und Pinienwäldern. Die Region ist windgeschützter als der Norden und eignet sich besonders für Paare, Familien mit älteren Kindern und für Reisen in der Nebensaison.
Was zeichnet den Südosten aus?
Die Küste zwischen Cala Figuera und Portocolom ist von zahlreichen schmalen Einschnitten durchzogen, die auf Mallorquinisch cala heißen. Sie entstanden dort, wo Flussläufe sich in den weichen Kalkstein gegraben haben und später vom steigenden Meeresspiegel geflutet wurden.
Das Ergebnis sind Buchten von wenigen Dutzend Metern Breite, oft mit einem kleinen Sandstrand am Ende und steilen bewaldeten Flanken. Weil sie eng und tief eingeschnitten sind, ist das Wasser meist ruhig und klar, selbst wenn es an der offenen Küste weht.
Der zweite prägende Faktor ist der Stein. Der helle Kalksandstein aus Santanyí, auf Mallorquinisch marès, wurde über Jahrhunderte für Kirchen und Herrenhäuser in ganz Spanien verwendet. Er gibt den Ortskernen ihren warmen, gleichmäßigen Farbton.
Die Orte im Vergleich
| Ort | Charakter | Passt zu |
|---|---|---|
| Santanyí | Landstädtchen, Galerien, großer Wochenmarkt | Gäste, die einen Ortskern wollen |
| Cala d'Or | Ferienort, Marina, weiße Architektur | Familien, Gäste mit Infrastrukturbedarf |
| Cala Figuera | Fischerhafen, kaum verbaut | Ruhesuchende, Paare |
| Portocolom | Naturhafen, ursprünglich | Gäste, die Betrieb meiden |
| Ses Salines | Flaches Hinterland, Salinen | Finca-Gäste, Gruppen |
Für wen eignet sich die Region?
Der Südosten passt zu Gästen, die Buchten schätzen und bereit sind, dafür kleine Nachteile in Kauf zu nehmen. Die Buchten sind schön, aber klein. Im August sind die bekannten Calas ab dem späten Vormittag voll, und die Parkplätze sind es schon früher.
Mit Kleinkindern ist die Region weniger komfortabel als der Norden. Viele Buchten haben Felsränder statt flach auslaufenden Sand, und die Zugänge führen oft über Treppen. Mit Kindern ab etwa acht Jahren kehrt sich das um: Zum Schnorcheln und Klettern sind die Calas deutlich interessanter als ein langer Sandstrand.
Aus der Praxis
Die Bucht Caló des Moro erscheint in praktisch jeder Bildersuche zu Mallorca. Was die Bilder nicht zeigen: Sie ist sehr klein, über eine steile unbefestigte Treppe erreichbar und im Sommer regelmäßig überfüllt. Wer diese Landschaft ohne Gedränge erleben will, fährt früh oder weicht auf die weniger bekannten Buchten zwischen Portocolom und Cala Mandia aus.
Was spricht für die Nebensaison?
Der Südosten ist die windgeschütztere Küste. Während der Norden dem Tramuntana-Wind ausgesetzt ist, liegt der Südosten im Windschatten der Insel. Im Mai, Juni, September und Oktober macht das einen spürbaren Unterschied, sowohl im Wasser als auch am Pool.
Dazu kommt, dass die Region außerhalb der Hochsaison deutlich ruhiger wird. Santanyí behält seinen Marktbetrieb ganzjährig, während die reinen Ferienorte im Winter weitgehend schließen.
Wie wohnt man im Südosten?
Das Angebot teilt sich in zwei Segmente. In Küstennähe rund um Cala d'Or und Portocolom stehen überwiegend Villen und Ferienhäuser mit kurzen Wegen zum Wasser. Im Hinterland zwischen Santanyí, Campos und Felanitx liegen die klassischen Fincas auf großen Grundstücken.
Der Preisunterschied zwischen beiden ist erheblich. Wer bereit ist, zehn Minuten zum Strand zu fahren, bekommt für dasselbe Budget in der Regel deutlich mehr Grundstück und Privatsphäre.
Das Wichtigste in Kürze
Kleine Felsbuchten statt langer Strände, windgeschützte Lage, gute Eignung für die Nebensaison. Santanyí bietet einen lebendigen Ortskern, Cala d'Or die bessere Infrastruktur für Familien. Fahrzeit vom Flughafen rund 45 Minuten.
Häufige Fragen
Welche Bucht im Südosten ist die schönste?
Caló des Moro und Cala s'Almunia sind die bekanntesten, aber auch die vollsten. Weniger überlaufen sind Cala Mitjana, Cala Marmols und die Buchten um Portocolom.
Ist der Südosten für kleine Kinder geeignet?
Bedingt. Viele Calas haben felsige Zugänge und Treppen. Für Kleinkinder ist der Norden praktischer, ab dem Grundschulalter spricht mehr für den Südosten.
Wann ist der Wochenmarkt in Santanyí?
Mittwochs und samstags. Er gilt als einer der größeren Märkte der Insel und zieht auch Gäste aus anderen Regionen an.
Wie weit ist Cala d'Or vom Flughafen?
Etwa 45 Minuten über die Autobahn Richtung Llucmajor und weiter auf der Landstraße.
Fazit
Der Südosten ist die Region für Gäste, die Buchten dem Strand vorziehen und Wert auf eine windgeschützte Lage legen. Wer in der Nebensaison reist, findet hier verlässlicheres Badewetter als im Norden. Mit sehr kleinen Kindern ist die Region dagegen die unbequemere Wahl.
Objekte in dieser Region finden Sie in unserer Auswahl an Villen mit Pool.
Quellen und weiterführende Literatur
- Illes Balears Travel: Offizielles Tourismusportal der Balearen, Region Südost
- Ajuntament de Santanyí: Informationen zu Markttagen und Ortsgeschichte
- Balearische Landesregierung: Naturpark Mondragó
